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Borreliose

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragen wird. Im Durchschnitt enthält jede fünfte Zecke innerhalb Europas Borrelien, dabei ist der Anteil an infektiösen Zecken von Region zu Region sehr unterschiedlich. Mehr Informationen zu Risikogebieten finden Sie unter “Zecken – Risikogebiete und wie man sich schützt”. Borrelien werden meistens in der Zeit von Frühling bis Herbst übertragen, dabei verstärkt im Sommer.

Zecken leben in Wiesen mit hohem Gras oder auf Sträuchern und Büschen. Wenn ein geeigneter Wirt vorbeikommt, lässt sich die Zecke fallen und wandert im Laufe der Zeit zu versteckten und warmen Stellen des Körpers. Achseln, der Schambereich, Ellenbogen und der Bereich hinter den Ohren und die Kopfhaut sind zum Beispiel beliebte Stellen.

Dort beisst sich die Zecke fest und gibt während des Stichs Speichel ab. Nach Beendigung des Blutsaugens gibt die Zecke Magenreste auf die Wunde ab und die Borrelien gelangen so in den Körper des Menschen. Wenn eine Zecke satt ist, fällt sie meistens von selber ab. Sollte man eine Zecke bemerken, muß man diese mit einer Pinzette oder Zeckenschere entfernen. Je eher man eine Zecke entfernt, desto geringer ist die Gefahr einer Ansteckung mit Borreliose.

Mehr Informationen dazu finden Sie in dem Beitrag “Wie entfernt man eine Zecke richtig?”

Symptome und verschiedene Stadien einer Borreliose

Die Symptome einer Borreliose sind außerordentlich unterschiedlich. Es werden drei Krankheitsstadien unterschieden, die abhängig sind von der Dauer der Infektion und der Verteilung der Erreger. Diese Stadien laufen nicht zwingend nacheinander ab, eine Borreliose kann auch in jedem Stadium spontan ausheilen. Schätzungsweise die Hälfte der Infektionen verläuft völlig beschwerdefrei.

Die Inkubationszeit nach Zeckenbiss ist unterschiedlich: es kann Tage bis Wochen dauern für Stadium I, Wochen bis Monate bis Stadium II eintritt und Monate bis sogar Jahre bis Stadium III erreicht ist.

Bei Stadium I entsteht an der Einstichstelle ein roter Fleck, der innen meistens heller ist, manche sprechen daher auch von einem ring- oder kreisförmigen Fleck. Es können Fieber, Kopf-und Muskelschmerzen, Gelenkentzündungen, Bindehautentzündungen und Schwellungen der Lymphknoten auftreten.

Da eine Borreliose auch ohne die Hautrötung auftreten kann, sollte man nach einem Zeckenbiss bei einem der oben genannten Symptome einen Arzt aufsuchen, um eine Infektion abzuklären. Wer an sich einen Zeckenbiss festgestellt hat, kann die betroffene Stelle auch mit einem wasserfesten Stift markieren, z.B. umranden. So lassen sich eventuelle Veränderungen auch nach Tagen besser feststellen.

Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich, kann Stadium II die nächsten Symptome hervorrufen. Es können brennende Nervenschmerzen auftreten, Lähmungen, Gefühlsstörungen und eine Schwellung der Lymphknoten. Unter Umständen kann es auch zu Herzproblemen, wie Herzmuskel – oder Herzbeutelentzündung kommen.

Das dritte Stadium kann Monate bis teilweise Jahre nach der Infektion auftreten. Möglich sind Gelenkentzündungen, z.B. in den Knieg- Sprung-, Ellenbogen-, Finger-, Zehen-, Handwurzel- und Kiefergelenken. Das Gelenk schwillt nach einigen Wochen wieder ab, aber die Entzündung kann immer wieder kommen. Auch sind Hautveränderungen möglich. Unter Umständen schwillt die Haut an und verfärbt sich. Sehr selten kann es im Spätstadium einer Borreliose zu Gehirnhautentzündungen kommen.

Um eine Borreliose festzustellen, kann der Arzt neben der Begutachtung der Einstichstelle und den Symptomen eine Blutprobe nehmen, um eventuelle Antikörper festzustellen. Ein Fehlen der Antikörper muss nicht bedeuten, das keine Borreliose vorliegt, da die Bildung von Antikörpern Wochen dauern kann. Andersherum muss das Vorhandensein von Borreliose-Antikörpern nicht auf eine neue Borreliose-Infektion hindeuten, da eine Infektion mitunter Jahre alt ist und nur die Antikörper noch vorhanden sind.

Eine Borreliose kann auch ohne Behandlung ohne Folgeschäden abheilen. Jedoch wird das Risiko von Nerven- oder Organschäden durch eine Antibiotika-Behandlung verringert. Grundsätzlich ist eine Antibiotika-Therapie in jedem Stadium der Krankheit möglich, besser ist es jedoch so früh wie möglich. Vorsorgliche Antibiotika-Behandlungen sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll, z.B. dann wenn man in einem Hoch-Risikogebiet von mehreren Zecken gebissen wurde.

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