Coronavirus

Coronavirus – was man bisher darüber weiß

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Coronavirus – erste Erkenntnisse

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) breitet sich rasant in China aus und zeigt zusehends erste Fälle in weiteren asiatischen Regionen. Im europäischen Raum ließen sich bisher Einzelfälle feststellen. Dennoch rüstet sich die internationale Gemeinschaft gegen eine potentielle Pandemie, während China mit strengen Quarantänemaßnahmen arbeitet. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte rund um den Virus.

Ausbruch und Ursache

Der Virus wird zur Gruppe der ß-Coronaviren gezählt, reiht sich damit an bekannte Erreger wie SARS und MERS. Eine definitive Ursache ist, nach wissenschaftlichen Standards, noch nicht erforscht. Führende Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass der Vorläufer von SARS-CoV-2 Wildtieren entstammt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde “Patient Null”, also der erste Infizierte, kurz vor dem Jahreswechsel auf dem Markt im chinesischen Wuhan mit dem Erreger infiziert. Da selbiger Fisch- und Wildtiermarkt am 1. Januar 2020 geschlossen wurde, ist eine Infektion gegen Anfang bis Mitte Dezember wahrscheinlich. Untersuchungen haben ergeben, dass knapp die Hälfte (49 von 99) aller anfänglich Infizierten in direkter Verbindung mit dem Fisch- und Wildtiermarkt standen, entweder weil sie da als Verkäufer tätig waren oder zumindest auf dem Markt einkauften.

Seit dem Dezember und der ersten Januarwoche hat sich das Coronavirus rasant verbreitet. Zum Stand des 22. Februars werden mehr als 2.200 Tote dem Coronavirus zugerechnet, darunter auch solche außerhalb der Volksrepublik China. Mittlerweile werden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO/World Health Organization) weltweit mehr als 76.700 Infizierte gezählt, davon mehr als 75.500 in China. Das Coronavirus resultierte außerhalb von China für acht Betroffene im Tod. Insgesamt hat sich das Virus offiziellen Zahlen nach aktuell in 26 Staaten ausgebreitet. Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht tagesaktuell einen für alle einsehbaren Bericht zum Coronavirus, dem auch die jeweiligen Infektions- und Todesfälle entnommen werden können. Der erste Todesfall außerhalb der Volksrepublik China wurde Anfang Februar auf den Philippinen dokumentiert.

Verwandtschaft mit SARS und MERS

Das Coronavirus wurde anfänglich als “2019-nCoV” bezeichnet. Im weiteren Verlauf der Verbreitung kamen Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass es sich hierbei um einen dem SARS-Syndrom (Akutes Atemwegssyndrom) ähnlichen Erreger handelt – seither heißt er daher “SARS-CoV-2”. Die Gruppe der Coronaviren kann außerdem MERS verursachen. MERS steht kurz für “Middle East Respiratory Syndrome”. Die Atemwegserkrankung taucht, getreu ihres Namens, in den arabischen Ländern auf.

Um die zuvor genannten Zahlen zu Infektions- und Todesfällen in ein Verhältnis und außerdem die Verwandtschaft zu MERS und SARS in einen Kontext zu setzen, lohnt sich ein Blick auf die für MERS und SARS gemeldeten Zahlen:

– SARS-Epidemie 2002/2003 forderte das Leben von mehr 774 Menschen
– MERS resultierte seit dem Jahr 2012 in mehr als 800 Todesfällen

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Übertragung, Inkubation und Symptome

Eine Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, auch wenn die erste Übertragung von Tier zu Mensch stattfand. Eine Übertragung erfolgt vorrangig über Sekrete des Respirationstraktes, also beispielsweise Speichel. Es ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht sicher, ob das Coronavirus auch fäkal-oral verbreitet wird. Die Vermutung wird von vielen Wissenschaftlern unterstützt, da sich SARS und MERS ebenfalls auf diese Weise verbreiten konnten.

Wie bei einer gewöhnlichen Grippeerkrankung, liegt eine längere Inkubationszeit vor. Die Inkubationszeit gibt an, wann nach der Infektion Symptome auftreten und der Erreger nachgewiesen werden kann. Beim Coronavirus beträgt sie bis zu 14 Tage. Wer sich also mit dem Coronavirus infiziert, der wird erst ungefähr zwei Wochen später Symptome zeigen. Die relativ lange Inkubationszeit spielt eine Schlüsselrolle bei der bisherigen und zu erwartenden Verbreitung, da Betroffene oft erst sehr spät bemerken, dass sie selbst mit dem Virus infiziert wurden.

Die Symptomatik steuert dazu bei. Sie ähnelt anfänglich der einer gewöhnlichen Grippe. Vor allem treten diese Symptome auf:

– Husten und Heiserkeit
– Schnupfen
– Halskratzen und -schmerzen
– Fieber
– Durchfall

Die Symptome können sich im weiteren Verlauf der Erkrankung intensivieren. Bei einem schlechten Verlauf sorgt das Coronavirus für akute Atemprobleme und kann eine Lungenentzündung verursachen. Die Todesrate ist zum aktuellen Zeitpunkt relativ niedrig und liegt bei ungefähr zwei Prozent. Es wird davon ausgegangen, dass die reale Rate noch niedriger ist, da sie in Krankenhäusern gemessen wird. Vor allem Patienten, die bereits unter chronischen Erkrankungen litten oder allgemein von schlechtem Gesundheitszustand und/oder hohen Alter waren, wiesen die mit Abstand höchste Todesrate auf.

 

Die Lage in Deutschland

Für den Coronavirus werden in Deutschland bisher nur sehr wenige bestätigte Fälle gemeldet. Der öffentliche Gesundheitsdienst arbeitet zum aktuellen Zeitpunkt intensiv daran, dass die Verbreitung in Deutschland nicht zunimmt. Wie sich die Lage in der Bundesrepublik entwickelt, ist maßgeblich von künftigen Erkenntnissen abhängig. Zum aktuellen Zeitpunkt ist beispielsweise noch nicht erforscht, in welchem Zeitraum die Infektiosität (Ansteckungsgefahr) besonders hoch ist. So fehlen bisher Informationen darüber, ob das Coronavirus auch dann schon übertragen wird, wenn es bei Betroffen noch nicht ausgebrochen ist.

Aktuelle Informationen über den Coronavirus finden Sie derzeit auf der Website des Robert-Koch-Institutes COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)des sowie dem Bundesgesundheitsministerium. Dort finden Sie auch weitere Links zu Reisewarnungen bzw. Informationen nach Bundesländern.

Eine umfangreiche FAQ zu häufig gestellten Fragen finden Sie ebenfalls auf der Website des Robert-Koch-Institutes. Hier werden viele Fragen erläutert, die derzeit im Raum stehen.

Wie Sie sich schützen können

Da derzeit noch keine Angaben darüber gemacht werden können, wie sich die Lage entwickelt, gelten als beste Schutzmaßnahmen die allgemein gültigen Regeln zur Vermeidung von Erkältungs- und Grippeerkrankungen. Häufiges, gründliches Händewaschen, eine ordentliche Husten- bzw. Schnupfenetikette sowie ein Abstand von 1-2 m gegenüber erkrankten Personen sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen.

Bildquellen:
IStock.com
ID: 1126463364 Hustende Frau © torwai
ID: 1202270061 Coronavirus © Kaikoro

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